Siu Lam Wing Tjun Kung Fu

Wing Tjun - von gestern bis heute!

Der Legende nach gelangte der buddhistische Mönch Bodhidharma im Jahre 520 n. Chr. aus Indien kommend in das dortige Kloster von Shaolin (Siu Lam). Bodhidharma entwickelte in der Auseinandersetzung mit den Fragen der Ganzheitlichkeit des menschlichen Seins, des Körperbewusstseins, des Umgangs mit Energie, Kraft und Aggressivität den Grundstock des WingTjun. Im Shaolin Kloster wurde eine spezielle Halle eingerichtet, in dem sich nur die ältesten Mönche über Jahrhunderte trafen, um ihr KungFu zu verfeinern und zu verbessern. Der Halle bekam den Namen WingTjun, was "ewiger Frühling" bedeutet.

Die Philosophie - Grund der Effektivität

Für die Shaolin Mönche stand das direkte Erleben der Wirklichkeit im Vordergrund. Ihre Philosophie des Chan-Buddhismus bedeutete eine Rückkehr zum Natürlichen und Einfachen. Dies stand oft im Gegensatz zu der Philosophie von Kampfstilen, die außerhalb des Tempels unterrichtet wurden. Diese bezogen sich oft auf Magie, Glauben oder Gehorsam vor der älteren Generation. Deshalb sammelten sich in der WingTjun Halle nur die Kampfkonzepte, die wirklich einfach und direkt funktionierten.


Shaolin Abt Chi Sim - Bewahrer der Kunst

Aufgrund von Verrat wurde der Shaolin Tempel im 18. Jahrhundert von den herrschenden Mächten zerstört. Der Shaolin Abt Chi Sim konnte mit einigen anderen Mönchen fliehen und arbeitet auf der "Roten Dschunke" unter falschem Namen als Koch. Die "Rote Dschunke" war das Schiff einer chinesischen Operntruppe, die von Stadt zu Stadt schipperte, um das Volk zu unterhalten. 

 

Tiger Wong

Einer der brutalsten KungFu Kämpfer seiner Zeit, Tiger Wong, versuchte Schutzgeld von der Operntruppe zu erpressen. Er setzte ihr ein Ultimatum von einem Tag. Würden sie nach Ablauf dieser Zeit nicht bezahlen, würde er ihr Boot zerstören. Der Chef der Operntruppe, Wong Wah Bo und seine Truppe waren verzweifelt. Sie hatten kein Geld und darüber hinaus konnten sie sich nicht schützen, da sie kein "Kampf-Kung Fu" sondern nur "Opern-Kung Fu" beherrschten. Als das Ultimatum verstrichenen war, spürten die Mitglieder der "Roten Dschunke" schon ihr Ende nahen. 

 

Der "verrückte" Koch

Doch plötzlich stellte sich, der in ihren Augen bisher etwas verrückte Koch, in Tiger Wongs Weg. Tiger Wong nahm den vermeintlichen Koch nicht ernst und versuchte diesen mit einer einfachen Tigerpranken-Technik am Hals zu fassen. Der "Koch" borgte die Kraft von Tiger Wong und brach ihm sofort zwei Finger. Außerdem riet er ihm, den Kampf zu beenden, weil Tiger Wong keine Chance hätte. Dieser war außer sich vor Zorn. Ein älterer, einfacher Koch blamierte ihn in aller Öffentlichkeit. Mit schnellen und brutalen Kettentechniken mit Armen und Beinen versuchte er den Koch zu besiegen. Doch dieser ließ Tiger Wong zunächst ins Leere laufen und fesselte plötzlich dessen Arme und Beine. Je mehr sich Tiger Wong bewegen wollte, umso mehr verletzte er sich durch die Techniken des Kochs. Tiger Wong merkte, dass er seinen Meister gefunden hatte und gab den Kampf auf. 

 

Das lebenswichtige Geheimnis

Die Mitglieder der "Roten Dschunke" waren begeistert und wollten sofort von ihrem Koch das KungFu erlernen. Abt Chi Sim gab seine wahre Identität preis und war bereit, die Operntruppe zu unterrichten. Da er aber einer der am meisten verfolgten Menschen seiner Zeit war, mussten seine Schüler ihm versprechen, nie seinen Namen zu nennen. So wurden in dieser Zeit viele Legenden über das WingTjun gebildet um Meister Chi Sim zu schützen. Unter der Leitung von Wong Wah Bo, der Erbe des Systems wurde, wurden die ersten WingTjun Schüler auf der "Roten Dschunke" San Gam, Leung Yee Tai and Leung Lan Kwai unterrichtet. Nur die WingTjun Meister, die das ganze System von ihrem Meister erlernten, wurden über die wahren Begebenheiten aufgeklärt. 

Während der Ching Dynastie stellten oft seriöse männliche Künstler weibliche Rollen in Opernstücken dar. San Gam war ein exzellenter Künstler, der auf der einen Seite besonders weibliche Rollen in der Oper sehr gut spielte, aber auf der anderen Seite das WingTjun der "Roten Dschunke" bei Kämpfen am besten vertrat. San Gam war sein Beiname und bedeutet sinngemäß "schönes Gesicht".
Als San Gam eines Tages im südchinesischen Fatshan Opernkleidung für die "Rote Dschunke" besorgte, wurde er von dem jungen, rüpelhaften und jähzornigen Schneiderlehrling Fung Siu Ching verhöhnt und angegriffen. Der bullige Fung Siu Ching musste erst sieben Mal im Staub liegen bis er merkte, dass er diesem seltsam aussehenden Mann total unterlegen war. Fung Siu Ching wollte San Gam sofort den Tee reichen (chinesischer Kung Fu Brauch, um Schüler eines Meisters zu werden). Doch San Gam lehnte mit der Begründung ab, keine jähzornigen Menschen unterrichten zu wollen.
Nachdem sich Fung Siu Ching in einer einjährigen Probezeit bei San Gam bewährte, wurde er in die WingTjun Kuen Tradition aufgenommen. Er lernte zehn Jahre lang von San Gam. Darüber hinaus wurde Fung Siu Ching einer der berühmtesten WingTjun Meister des Landes.
Er konnte seinen ursprünglichen "Jähzorn" in unbändige Schaffensenergie für das WingTjun umwandeln.

 

Blütezeit des WingTjun KungFu

Meister Fung Siu Ching unterrichtete damals Schüler aus ganz China, Singapur, Thailand und aus Indonesien (auch heute gibt es noch viele asiatische WingTjun Schulen, die sich auf Meister Fung Siu Ching oder auf die "Rote Dschunke" beziehen). Er war einer der ersten hauptberuflichen WingTjun KungFu Meister. Unterrichtsgruppen leitete er tagsüber, zu den Nachtstunden und hatte zahlreiche Privatschüler. 
Während der Ching Dynastie (1644 - 1911) waren nur größere Städte von der damaligen "Staatspolizei" gesichert. Kleinere Städte und Dörfer wurden von bekannten KungFu Meistern beschützt.
Meister Fung Siu Chings Meisterschüler bewachten viele Dörfer in Fatshan und Umgebung. Die Gebrüder Lo beispielsweise vertrieben nur mit ihren Schmetterlingsmessern und Säbeln bewaffnet ganze Räuberbanden. Einmal sollen die zwei Lo Brüder sogar zwanzig bewaffnete Räuber verjagt haben, ohne diese zu verletzen. Die Lo Brüder schnitten den Räubern nur die Kleider und Waffen vom Leib, sodass diese flüchteten. Ihr WingTjun KungFu "Bruder" Meister Tang Suen bekam von den Menschen der beschützten Dörfer den Ehrentitel "König des Langstocks", weil er sie auch vor größten Gefahren sicher mit dem Langstock beschützte.

 

GM Wai Yan

Wai Yan wurde am Anfang unseres Jahrhunderts als Sohn einer reichen chinesischen Familie in Hong Kong geboren. Durch seinen älteren Freund Lo Chiu Woon kam der junge Wai Yan des öfteren mit der Kampfkunst WingTjun in Berührung. Doch eigentlich wollte Wai Yan nichts von "KungFu" wissen, da er KungFu-Ausübende oft als gewalttätig und ungebildet erlebte. Wäre sein Freund Lo Chiu Woon (ein Nachkomme der Gebrüder Lo) nicht gleichzeitig WingTjun Meister und chinesischer Gelehrter gewesen, so hätte Wai Yan sicherlich keinen Kontakt zu ihm gehabt.

Eines Tages fragte Lo Chiu Woon Wai Yan, ob dieser seinem jungen Sohn die Kunst des chinesischen Schreibens lehren würde (dies ist vergleichbar mit der Übernahme einer Patenschaft bei uns). Wai Yan willigte freudig ein, ohne sich der Folgen seines Versprechens gänzlich bewusst zu sein. 
Er hatte nun die Mitverantwortung für den jungen Lo. Dies bedeutete wiederum für Wai Yan, dass er auch das WingTjun KungFu beherrschen musste, das innerhalb der Familientradition der Lo Familie seit mehreren Generationen gepflegt wurde.
So begann Wai Yan - wenn auch eher unfreiwillig - etwa um 1930 WingTjun KungFu bei Lo Chiu Woon und dessen Bruder Lo Hong Tai zu erlernen. Wai Yans anfängliche Ablehnung gegenüber dem WingTjun wandelte sich in eine leidenschaftliche Begeisterung für diese Kampfkunst. Nachdem sich Wai Yan die WingTjun Meisterschaft erarbeitet hatte, initiierte er ein neues Projekt mit WingTjun, um die Kunst noch weiter auszufeilen.

Meister Wai Yan baute eines seiner Geschäftshäuser namens "Dai Duk Lan" in eine WingTjun-Forschungsakademie um. Er wollte in dieser "Forschungsakademie" keine Schüler annehmen, sondern die besten noch lebenden WingTjun (Groß-)Meister seiner Zeit versammeln und vereinen. Diese sollten mit ihm dann in "Dai Duk Lan" das WingTjun fern jeglicher Geheimniskrämerei auf seine Effizienz hin überprüfen und perfektionieren.
Als Modell diente das ehemalige Kloster von Shaolin. Über mehr als tausend Jahre lang wurde in der WingTjun Halle auf diese Weise das Shaolin Kung Fu entwickelt und immer wieder überprüft.

 

GM Chu Chung Man

Nachdem Wai Yan von einem "unbesiegbaren" WingTjun Sifu namens Chu Chung Man gehört hatte, machte er sich sofort auf den Weg nach Macao. Dort angekommen schloss er durch einen Zweikampf Freundschaft mit Chu Chung Man. Dieser galt in Südchina als der bekannteste WingTjun Meister, da er immer alle Herausforderer mühelos besiegte und auch viele (Trainings-) Kontakte zu anderen Kung Fu Meistern pflegte. Chu Chung Man war so begeistert von Wai Yans Projekt, dass er nach "Dai Duk Lan" zog. 

 

Tam Kong

Chu Chung Man kannte wiederum WingTjun Meister. Dieser spezialisierte sich auf Hebeln, Werfen und den Bodenkampf und konnte dort die meisten Gegner spielend besiegen, da viele KungFu Kämpfer dem Bodenkampf zu wenig Beachtung schenkten. Tam Kong schloss sich ebenfalls dem Projekt an. 

 

Die Tang Familie

In Fatshan wurden die WingTjun Meisterschüler von Großmeister Tang Suen, Tang Yick und Pak Cheung, die "Könige" des Langstocks genannt. Sie vertrieben oft ganze Räuberbanden, nur mit ihrem Langstock oder ihren Schwertern bewaffnet. Meister Pak Cheung galt seit der Chinesischen Kulturrevolution als verschollen (1978 fand Sifu Cheng Kwong auf einem entlegenen Bauernhof in der Nähe Fatshans den alten Großmeister Pak Cheung). 
Tang Yick konnte von Wai Yan in Hong Kong gefunden werden. Anfangs wollte Tang Yick sein Wissen nicht mit den anderen WingTjun Meistern teilen. Doch die Offenheit und die Herzlichkeit der anderen veränderte seine Gesinnung.

 

Die 5 Tiger des WingTjun KungFu

 

Mit Tang Yick war das Projekt auf 5 Mitglieder angestiegen: Wai Yan, Lo Chiu Woon, Chu Chung Man, Tam Kong und Tang Yick. Täglich kämpften, diskutierten und lebten die WingTjun Meister zusammen. Sie luden auch KungFu Meister anderer Stilrichtungen zum Erfahrungsaustausch ein.

Die 5 WingTjun Meister wurden von der chinesischen Bevölkerung ehrfurchtsvoll die 5 Tiger des WingTjun genannt. Das Projekt wurde von Wai Yan Chu Chung Man und Tang Yick zwanzig Jahre lang verfolgt.

In dieser Zeit versuchten sie ihr erworbenes Wissen immer wieder in Frage zu stellen und die Kunst des Zweikampfs zu 100% zu entschlüsseln. Ihr Ergebnis war eine Evolution des WingTjun, das dem Lernenden noch mehr Sicherheit und Mühelosigkeit in seiner Selbstverteidigung ermöglicht. 

Anfang der 90´ger Jahren wurde das WingTjun "Mekka" Dai Duk Lan geschlossen: Großmeister Tang Yick unterrichtete mit der Asssistenz von Sifu Tang Chung Pak bis zu seinem Tod in der Playing Field Road, Großmeister Wai Yan unterrichtete nur noch seine Privatschüler darunter Sifu Cheng Kwong. 


 

 

Grandmaster Yip Man und sein Weg zum berühmten Großmeister des modernen Wing Tjun Kung Fu

 

 

Yip Man war der Erste, der Wing Chun öffentlich unterrichtete. Er begann seine Lehrer-Karriere in Foshan, China und dann später in Hong Kong. Durch das Lehren Yip Man´s wurde Wing Chun in der ganzen Welt verbreitet.

Yip Man hatte viele Schüler, aber es war Bruce Lee, der berühmte Filmstar und der „King of Kung Fu", der der bemerkenswerteste von allen war.

Durch den Ruhm, den Bruce Lee erlangte, wurde die Welt auf Wing Chun und Lee´s Lehrer, Grandmaster Yip Man, aufmerksam. In Übereinstimmung mit den Berichten, die Yip Man´s Söhne, Yip Chun und Yip Ching von ihm erhalten hatten, begann ihr Vater sein Training als ein kleiner Junge.   

 

Yip Man (1893 – 1972) wurde in Song Yuen in Foshan, China am Ende der Qing Dynastie geboren. Foshan war in der fruchtbarsten Gegend der Provinz Guangdong gelegen. Sehr bekannte Meister der Südlichen Kung Fu Schulen, Wong Fai-hung, Cheung Hung-shing, Leung Jan, Leung Siu-ching etc. kamen aus Foshan. Yip Man wuchs auf und hörte all die Geschichten von den Taten dieser großen Kung Fu – Männer. So ist es also keine Überraschung, dass er sich selbst zu einem dieser legendären Meister entwickelte.

Yip Man´s Ausbildung in Wing Chun begann als Jugendlicher als er Schüler von Chan Wah Shun wurde, der ein Schüler des berühmten Leung Jan war. Chan Wah Shun mietete die Halle des Ip – Familienclans an der Hauptstraße von Foshan, um dort Kung Fu zu unterrichten. Er akzeptierte Yip Man als Schüler zum Ende seiner Lehrer-Laufbahn als er ziemlich alt war. Master Chan war für chinesische Verhältnisse ein großer Mann, also war sein Kung Fu sehr kraftvoll. Yip Man lernte von Meister Chan bis zum Tode des Meisters und führte sein Training mit seinem Sihing (dem älteren Kung Fu-Bruder) Ng Chun fort, bis Yip Man Foshan 1941 verließ, um nach Hong Kong zu gehen.

Yip Man ging nach Hong Kong im Alter von 15 Jahren um das St. Stevens College zu besuchen. Dort hatte er die Gelegenheit, sich mit einem alten Mann zu treffen, der ein Kampfkünstler war. Dieser alte Mann kreuzte seine Hände mit Yip Man und traf ihn wirklich hart. Das störte Yip Man sehr, weil er sein Kung Fu auf ein hohes Niveau entwickelt hatte und sich selbst als wirklich sehr kompetent hielt. Es stellt sich heraus, das dieser alte Herr Leung Bik war, der Sohn des berühmten Leung Jan, dem Lehrer von Yip Man´s Sifu Chan Wah Shun.

Meister Leung Bik´s Wing Chun war sehr viel verfeinerter als das was Yip Man von Meister Chan gelernt hatte. Während Chan Wah Shun ein großer Mann war, war Leung Bik sehr viel kleiner. Es gab auch eine ziemlich große Lücke zwischen dem Bildungsstand der beiden Meister. Chan Wah Shun war nicht sehr gebildet, während Leung Bik der Sohn von Leung Jan war, der ein hoch gebildeter Doktor der chinesischen Medizin war. Diese Ausbildung war seinem Sohn weitergegeben worden. Dies bedeutete, das Leung Bik besser in der Lage war, die zugrunde liegenden Prinzipien des Wing Chun-Systems besser zu verstehen. Dieses Wissen wurde an Yip Man weitergegeben.

Beim Lernen von all dem, was Leung Bik ihn zu lehren hatte, suchte Yip Man Wege zu entdecken, Wing Chun zu vereinfachen und es einfacher verständlich zu machen. Zusätzliche zu seiner Ausbildung in „Wing Chun", hatte Yip Man in seiner Jugend eine höhere formale Ausbildung erhalten. Er lernte die Theorien und Prinzipien der modernen Wissenschaft und konnte deshalb auch modernes technologisches Wissen wie mechanische und mathematische Theorien benutzen, um die Prinzipien des Wing Chun zu erklären. Yip Man änderte auch die Terminologie wie z.B. die „Fünf Elemente" und die „Acht Diagramme" (Ba Gua), die vornehmlich in der (chinesischen – Anm. d. Übersetzers) Metaphysik benutzt werden. Dies half dabei Wing Chun zu entmystifizieren, somit wurde das Wing Chun-System für den gewöhnlichen Schüler einfacher zu verstehen und anzuwenden.

Nachdem er seine Wing Chun – Ausbildung unter Leung Bik abgeschlossen hatte, kehrte Yip Man nach China zurück. Wieder in Foshan, begann Yip Man eine kleine Gruppe von Schülern zu unterrichten, unter anderen Kwok Fu und Luen Kai. Im Jahre 1949 kehrte Yip Man zurück, um in Hong Kong zu leben, wo er schließlich das öffentliche Unterrichten von Wing Chun begann.

Im Juli 1950 startete Großmeister Yip Man, durch Lee Man´s Einführung, seinen Unterricht in der Dai Lam Street in Kowloon. Die erste Wing Chun Kung Fu Klasse war die der Vereinigung der Restaurant Arbeiter. Als er die erste Klasse eröffnete, gab es nur 8 Schüler, darunter waren Leung Shang und Lok Yiu. Sie alle waren Restaurant-Arbeiter, aber später schlossen sich ihm auch Chu Shung Tin, Yip Bo Ching, Chiu Wan, Lee Yan Wing, Law Peng, Man Siu Hung und andere an. Großmeister Yip Man unterrichtete auch in der Restaurant-Arbeiter-Filiale Shang Wan, dem Hauptquartier der Vereinigung in Hong Kong. Schüler dort waren Lee Wing, Yue May Keng, Lee Leung Foon und andere.

In den nächsten folgenden 20 Jahren würde Yip Man seine Spuren in der Welt der Kampfkunst hinterlassen durch die Unterweisung derer, die Wing Chun über den Globus verbreiten. Einige derer, die Schüler von Großmeister Yip Man wurden, waren Wong Shun Leung, Bruce Lee, und natürlich Yip Man´s Söhne, Ip Chun and Ip Ching.

Das Yip Man Wing Tjun–System ist heutzutage eines der beliebtesten Kampfkunst-systeme der Welt geworden. Bruce Lee war anfänglich verantwortlich dafür, Wing Chun in die Aufmerksamkeit der Welt zu bringen, aber erst durch die Lehre der heutigen Meister und vor allen anderen durch Yip Man´s Söhne Yip Chun und Yip Ching haben wir das volle Wissen über das Erbe dieses großen Kung Fu–Systems.

Die beiden Söhne Yip Man´s, Yip Chun und Yip Ching


 

Was ist Wing Tjun Kung Fu? 

Selbstverteidigung in effektiver und konsequenter Form

Das Yip Man Wing Tjun System basiert auf die Lehre von GM Leung Ting. GM Leung Ting war der „closed-door student" von GM Yip Man. Sifu Sergio lernte direkt bei GM Leung Ting im Privatunterricht in Hong Kong.
GM Yip Man, bekannt durch den gleichnamigen Film war auch der Lehrmeister von Bruce Lee. Das Yip Man WingTjun der IWKA basiert nach der Familienlinie von GM Leung Yee Tai und GM Leung Jan. Chan Wah Shun war der Lehrer von GM Yip Man. GM Yip Man selber unterichtete in Foshan und später dann in Hong Kong. Dort lernten von ihm großartige Kämpfer, wie z.B. Wong Shung Leung.


Yip Man tauschte auch sein Wissen mit den Großmeistern im Dai Duk Lan aus. Die typische Unterrichtsmethode des Yip Man Wing Tjun umfasst die Siu Nim Tau, Cham Kiu, Biu Tze, Mok Yang Chong, Luk Dim Boon Kwan und Bart Cham Dao. Diese Formen und Anwendungen werden komplett in der IWKA unterrichtet.

 

Der Lehrplan des Yip Man Wing Tjun Kung Fu umfasst:

Siu Nim Tau

Die Siu Nim Tau Form ist die erste Form "Lin-Form", die ein Anfänger im Wing Tjun lernt. Sie gibt dem übenden die ersten Ideen über die Techniken und auch Anwendungen des Wing Tjun Systems. Diese Form ist aber keine Anfänger Form, sondern Sie beinhaltet die wichtigsten Grundelemente, die -egal bei welcher Stufe- immer geübt werden müssen. Es kann auch gesagt werden, dass die Siu Nim Tau, die "suche nach der Brücke" ist.

Chum Kiu

Die Chum Kiu (senkende Brücke) lehrt die Körperarbeit in Zusammenhang mit Beine und Arme. Diese Form ermöglicht dem übenden seinen Stand zu verbessern und seine Kraft besser zu entfalten. Durch die Schrittarbeit wird der Praktizierende flexibler. Die Chum Kiu ist auch die Form der "aufbauenden und senkenden Brücken".

Biu Tze

Die Biu Tze Form ist eine reine Angriffsform. Sie soll dem übenden deutlich machen, dass im Wing Tjun System keine Abwehrbewegungen herrschen. Alles zielt auf den Angriff. Daher wird die Biu Tze auch "auf der Brücke reiten" genannt.

Zusammengefasst ergeben die obigen drei Formen auch die Angriffsebenen, die im Wing Tjun sehr wichtig sind:

  • Angriffslinie zum Gegner suchen
  • Angriffe aufbauen
  • Immer in der Offensive bleiben

Tripodal Dummy

Die Tripodalform besteht aus drei Holzstämmen, die im Boden zu einem gleichschenkligen Dreieck fest verankert werden. Die Form verbessert die Schrittarbeit und erhöht die Trittstärke.

Mok Yang Chong

Die Holzpuppenform, bestehend aus acht Sätzen, ist im Yip Man Wing Tjun vor allem wegen der Winkelarbeit sehr wichtig. Hier lernt der Fortgeschrittene Schüler eine weiterführende Schrittarbeit, baut Stärke und Stabilität auf und lernt, im welchen Winkel er zum Gegner eindringen kann.
Nach der Form, lernt der Praktizierende noch die Sektionen aus der Holzpuppenform. Geübt werden die Partnerformen auch in acht Sektionen. Hier wird die Form am Partner vertieft und umgesetzt.

Chi-Gerk

Chi-Gerk ist eine Partnerform mit den Beinen. Hier übt der Praktizierende verschiedene Angriffs- und Abwehrbewegungen, kombiniert mit der Schrittarbeit.

Luk Dim Boon Kwan

Die Langstockform, bestehend aus 6 ½ Techniken schult den gesamten Körper. Hier lernt der Praktizierende wie er Kraft aufbauen kann und Zielgenauigkeit. Die Struktur und die Stabilität werden verbessert. Ebenso entwickelt er eine bessere Idee für die Distanz.

Bart Cham Dao

Die Bart Cham Dao Form ist die letzte und wichtigste Form im Yip Man Wing Tjun. Hier lernt der Praktizierende mit zwei Kurzschwertern bzw. Schmetterlingsmessern, verschiedene Bewegungen mit beiden Händen auszuführen. Die höhere Schrittarbeit vermittelt dem Praktizierenden Freiheit in der Bewegung und völlige Kontrolle vom Körper. Der Praktizierende, der die Bart Cham Dao ausführt, entwickelt sehr schnell eine bessere Koordination und auch Kampfgeist.  Ebenso hilft ihm die Schrittarbeit freier und schneller zu agieren. Es stabilisiert den gesamten Körper und baut eine sichere Struktur auf.

 

 

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Wir freuen uns auf ihren besuch. Ihr IMAA Team

Panda Tiger und Dragon KungFu
Panda Tiger und Dragon KungFu ist das Selbstverteidigungsprogramm für Kinder ab 4 Jahren.
Gewalt gegen Kinder kommt bedauerlicherweise immer häufiger vor. Meist hört man davon nur in den Medien, aber es kann leider jeden treffen. In unseren Kinderklassen (ab 4 Jahren) gehen wir über die reine physische Selbstverteidigung hinaus und beschäftigen uns auch auf psychischer Ebene mit dem Thema Gewalt.
Die Kinder sollen zu selbstbewußten und starken Charakteren erzogen werden und so gar nicht erst Opfer werden oder eben die Opferrolle mit unserer Hilfe verlassen. Angst macht bekanntlich schwach. Mit entsprechender Anleitung kann dem Kind jedoch die Angst genommen werden - wenn das Kind sich seiner Möglichkeiten bewußt wird.